Instrument


Die Orgel wurde im Okt. 2000 von der Werkstatt Johannes Klais aus Bonn fertiggestellt und im Stil von Aristide Cavaillé-Coll erbaut. Da fast alle Registerfamilien vertreten sind, kann mit diesem Instrument ein grosser Teil der Orgelliteratur dargestellt werden.

Disposition
Video Maurice Clerc
Grundkonzept
Die einzelnen Werke
Orgeldetails
Projektverfasser


symphonische Klais Orgel mit HW/SW/PED und Setzerkombinationen



HAUPTWERK     SCHWELLWERK     PEDAL  
Bourdon 16'   Bourdon 8'   Subbass
16'
Prinzipal
8'
  Salicional 8'   Flûte
8'
Rohrflöte
8'
  Voix céleste 8'      
Prinzipal
4'
  Flûte traversière 4'      
Cornet 4f.
4'
  Doublette 2'      
      Trompette 8'      


Manualumfang : C bis g3
Pedalumfang : C bis f1
Traktur : mechanisch
Registratur : elektrisch mit 2304 fachem Setzer

zurück


Digitalphotos : Erik van der Heijden

Prospekt von der Galerie aus gesehen
Herbert Baumann an der Klais-Orgel
Prospekt von der Seite her gesehen
Mechanik im Hauptwerksgehäuse
Gebläseanlage im Untergeschoss
Seitenprospekt des Hauptwerks mit Bourdon 16'


Maurice CLERC spielt an der Klais-Orgel :

bei X wird das Video direkt ab Youtube wiedergegeben
beim Titel erfolgt die Wiedergabe innerhalb der Seite

X
  Gabriel Fauré : le pas espagnol
X  Improvisation I
X  Improvisation II


Links zur Orgel

zurück




Klangliche Beschreibung der Orgel


1. Das Grundkonzept

 

Die Konzeption einer Hausorgel gestaltet sich oft schwierig, da man sich nach den bestehenden Gegebenheiten richten muss, die dem Orgelbau oft nicht so entgegenkommen, wie dies meist bei Kirchen der Fall ist. Im vorliegenden Fall konnte jedoch die Orgel zusammen mit dem Haus geplant werden. Dies war von grossem Vorteil, galt es doch ein Instrument von rund 4,2 m Höhe unterzubringen. Zusätzlich konnten durch die Planung eines verhältnismässig grossen, hohen Raumes und die Verwendung eines harten Verputzes an der Decke und an den Wänden von Anfang an akustisch günstige Bedingungen geschaffen werden. So bietet der Raum Durchsichtigkeit für plyphone Musik und gleichzeitig genügenden Nachhall, um den Klang verschmelzen zu lassen.

Vor der Errichtung des Hauses haben die Verfasser ein Grundkonzept mit 10 Registern (2 davon transmittiert) erstellt. Es wurden darauf 4 Orgelbaufirmen (2 davon aus der Schweiz) zur Offertstellung eingeladen. Schliesslich konnte der Auftrag zur Erstellung der Orgel an die Firma Johannes Klais in Bonn vergeben werden. Der überzeugende Klang und die technisch hochstehende Verarbeitung der Orgeln im nahe gelegenen Münster zu Bad Säckingen (Hauptorgel: III/58, Chororgel: II/13), die in den Jahren 1993, bzw. 1997 durch die Firma KLAIS erbaut worden sind, haben entscheidend zu diesem Entschluss beigetragen.

2. Disposition/Klangstruktur

Der Disposition ist unschwer anzusehen, dass es sich nicht um eine der üblichen Hausorgeln handelt, welche oft mit vielen kleinfüssigen Registern ausgestattet sind. Vielmehr entstand ein Konzept, das dem Repertoire des Hausherrn entgegenkommt. Im Vordergrund stand dabei die Orgelmusik aus dem 19. und 20. Jahrhundert (insbesondere die französische). Die gerade bei kleineren Orgeln oft schmerzlich vermissten 8'-Register wurden in reicher Anzahl disponiert und bilden den Kern des ganzen Konzepts. Es ergeben sich dadurch viele Kombinationsmöglichkeiten im pp- bis zum mf-Bereich, die gerade für die Darstellung romantischer Orgelmusik von grosser Bedeutung sind.

Die sog. "Jeux de Fonds" gehören zum Vergleich auch bei kleinen und grossen Orgeln Cavaillé-Coll's mithin zum Wichtigsten und Schönsten in seinem Schaffen. Es war jedoch nicht das Ziel, eine Stilkopie eines anderen Instruments errichten zu lassen, sondern eine eigenständige Orgel mit symphonischen Möglichkeiten, auf welcher aber auch Musik anderer Epochen darstellbar sein sollte. Es ist dem vielseitigen Intonateur Heinz-Günther Habbig zu verdanken, dass ein Instrument entstand, welches in Anbetracht der doch geringen Registerzahl ungeahnte Möglichkeiten bietet und daneben seinen ganz speziellen Charakter bewahrt.

In der Planungsphase war es eines der Ziele, möglichst viele Klangfarben in der Orgel vertreten zu haben. Prinzipale, Flöten, Gedeckte, Streicher und Zungenregister sind daher alle vorhanden. Das Register Cornett 4 fach wurde als elftes Register der Disposition hinzugefügt, um auch über ein Aliquotregister zu verfügen. Auf eine Mixtur wurde jedoch von Anfang an verzichtet, da die Verfasser der Auffassung sind, dass gerade Mixturen eines relativ grossen Raumes bedürfen, um sich wirklich entfalten zu können. Dank dem 4' Prinziplalregister des HW und der Doublette 2' des SW konnte somit auf eine sog. Klangkrone verzichtet werden. Dies hat sich auch nach Fertigstellung als richtig erwiesen, denn die Orgel klingt wunschgemäss angenehm gravitätisch und wirkt nie aufdringlich.


zurück

Hauptwerk

Das Hauptwerk hat als Basis ein Prinzipal 8', das voll ausgebaut ist und ab C im Prospekt steht. Es verleiht der Orgel das notwendige Volumen und besitzt danaben auch die nötigen Soloqualitäten. Es wird durch Principal 4', welches dem Hauptwerk Leuchtkraft verleiht, ergänzt.

Ueber ausgesprochene Soloqualität verfügt die Rohrflöte 8', die auch im Bassbereich weder klanglich noch dynamisch nachlässt. Zusätzliche Gravität entsteht durch den grundtönigen Bourdon 16', welcher ab C den seitlichen Prospekt ziert und dem Hauptwerk Fülle gibt. Zusätzlich finden wir im Hauptwerk noch das Cornett 4 fach 4', welches sowohl in der Grand-Jeu Registrierung, als auch als Gegenstimme zur Trompette des Schwellwerks sowie auch als Solostimme zum Einsatz kommt.


Schwellwerk

Als ebenbürtiger Gegenpol zum Hauptwerk ist das Schwellwerk ausgestattet. Es verfügt über ein Salicional 8' in voller Länge bis zum C. Das Vorhandensein der vollen Länge zahlt sich dabei vor allem beim Koppeln ins Pedal aus, da in der Basslage das Register über einen starken Strich verfügt und so das Gefühl eines zusätzlichen Cellos 8' im Pedal vermittelt. Zusammen mit dem vielseitigen Bourdon 8' bildet das Salicional die Basis des Schwellwerks. Voix céleste ist als eng mensurierter Streicher gebaut und ergänzt den 8'-Bereich des französisch gehaltenen Schwellwerks in idealer Weise.

Flûte traversière 4' ist das überblasende Flötenregister der Orgel und daher ein probates Soloregister. Mit Doublette 2' steht ein obertöniges Register zur Verfügung, welches als Ersatz für die Mixtur gedacht ist. Die Trompette 8' muss viele Funktionen erfüllen. Sie ist in voller Länge ausgebaut und verfügt über ein weites Spektrum vom Plenumsregister bis zur vielfach verwendbaren Solozunge. Sie ist die kräftigste Stimme des Instruments und verleiht ihm ungeahnte dynamische Möglichkeiten.

Pedal

Im Pedal wurden zu Gunsten der Manuale keine eigenständigen Register disponiert. Die Register Subbass 16' und Flûte 8' sind Transmissionen aus dem Bourdon 16' und der Rohrflöte 8' im Hauptwerk.

Spielhilfen

Um die Registrierung zu vereinfachen wurde eine 256 - fache Setzeranlage eingebaut. Die Sequenztritte vorwärts und rückwärts sind sowohl über der Pedalklaviatur als auch unter dem Hauptwerksmanual angebracht.


 

Projektverfasser und Ausführende :

Disposition :

Herbert BAUMANN (dipl. Konzertorganist und Mittelschullehrer)
Johannes BURGER (lic. jur./ Orgelexperte)

Prospektentwurf :
Dr. med. Roland BAUMANN

Intonation :
Heinz-Günther HABBIG

Planung und Konzept :
Klaus FLÜGEL

Montage :
Josef PICK
Ralf-Jürgen SCHMITTE

drucken
zurück
Home